Page 11 - Demo
P. 11


                                    %u201eTor zur Freiheit%u201c nennt der K%u00fcnstler das Landshuter Denkmal (260x180x250 cm). Eine Mutter, ihr Kindim Arm, durchschreitet das ge%u00f6ffnete Tor. Zielgerichtet sind Blick und Schritt, indessen der Leidensweg,auf den Torfl%u00fcgeln skizziert, im Ged%u00e4chtnis verhaftet bleibt. Es ist nicht das Vergessen, das frei machtund den Schmerz nimmt. Es ist das Kind im Arm und das offene Tor. Noch einmal wird Kirchner dasVertreibungsschicksal seiner Landsleute aus dem Stein schlagen.Seine vierteilige Anlage zum %u201eGedenken an die im Zweiten Weltkrieg gefallenen, in Todeslagern umgekommenen, bei Flucht und Vertreibung verstorbenen Donauschwaben%u201c und ihrer %u201ein der Salzburger Erderuhenden Vorfahren%u201c wurde am 1. Dezember 2016 im Gr%u00e4berfeld 60/61 des Salzburger Kommunalfriedhofs eingeweiht. Das Salzburger Denkmal darf als ein Hauptwerk des K%u00fcnstlers gelten. Er gestaltete es imBewusstsein, dass Unrecht und Leid, dass Krieg und Vertreibung nicht aufteilbar sind.%u201eIm Vordergrund steht das Opfer%u201c, so erl%u00e4utert er sein Werk. %u201eEs ist keine Gestalt in landes%u00fcblicherTracht %u2013 sie steht f%u00fcr alle Gr%u00e4ueltaten der Menschheitsgeschichte zu allen Zeiten. Es soll ein Denkmal f%u00fcralle Opfer sein.%u201c F%u00fcnf Kleinmodelle f%u00fchrte der K%u00fcnstler aus, ehe er den letzten Entwurf in den Stein mei%u00dfelte. Un%u00fcbersehbar und zugleich unaufdringlich leuchtet der Marmor im Schatten alter B%u00e4ume auf, die Ein-
                                
   5   6   7   8   9   10   11   12   13   14   15